• Thomas Marti

Sind unsere Jobs Zeitverschwendung? Hier finden Sie es heraus!



Wenn wir für gewisse Tätigkeiten viel zu wenig Zeit aufwenden können, so gibt es auch Dinge, für die wir gefühlt zu viel Zeit einsetzen oder einsetzen müssen. Die Forschungsstelle Sotomo veröffentlicht jedes Jahr eine Zeitstudie über den Umgang der Menschen mit der Zeit. In dieser Zeitstudie werden die Leute, neben vielen anderen Dingen, auch gefragt, welche Tätigkeiten und Handlungen sie als Zeitverschwendung empfinden. Ein Viertel der Befragten gibt auf diese Frage spontan das Erwerbsleben an.

David Rutger gibt in seinem TED-Talk an, dass eine Umfrage in 142 Ländern ergab, dass gerade mal 13 Prozent der Menschen ihren Job mögen und dass in Grossbritannien 37 Prozent der Arbeitnehmer ihren Job als überflüssig bezeichnen.

Was ist das für eine Gesellschaft, in der ein Viertel der Menschen findet, ihre tägliche Arbeit sei Zeitverschwendung? Wie gross ist der „moralische und geistige Schaden?“ Was sind das für Jobs? Eine Antwort auf diese Frage lautet: Es sind Bullshit-Jobs! Arbeiten Sie (oder wir alle!) in einem solchen Bullshit-Job? Und wenn das so wäre, warum kreieren Unternehmen solche Jobs? Eigentlich sollte dies das Letzte sein, was ein Unternehmen tut!

Ich frage sie nicht jetzt, während sie am Arbeiten sind, da hat man ja seine Funktion und diese Funktion ist gut eingepasst in den täglichen Ablauf. Aber abends, nach einem harten Tag, wenn sie sinnend im Bett liegen und der emotionale Schutzschild im Stand-by-modus ist, haben sie sich sicher schon gefragt: Was soll das? Was mache ich da eigentlich? Wem nütze ich? Am Ende blieb vielleicht das Gefühl: Mein Job sagt mir eigentlich nichts mehr. Die Frage lautet jetzt natürlich, wie man herausfindet, ob der eigene Job ein Bullshit-Job ist.

Man kann sich, wie dies die britische Ökonomin Kate Raworth fragen, ob die Produkte, die man herstellt oder das Produkt, das man anbietet etwas dazu beiträgt, die Menschheit in eine sichere Zone innerhalb der planetaren und sozialen Grenzen zu bringen.

"Here’s how the CEO Doughnut Dialogues work. Every CEO – whether selling sun tan lotion or solar panels, seeds or tweeds, cars or bras – is invited to take a seat at the table and put their company’s products at its centre. And then tell the story of those products – all the way from their design, sourcing, supply and sale to use and disposal – in terms of whether or not they are helping to bring humanity into the safe and just space between social and planetary boundaries."

Man könnte sich aber auch fragen: was passiert, wenn ich oder alle, die das Gleiche tun wie ich, mit einem Mal verschwinden würden?

David Graeber bringt in seinem Artikel „Why Capitalism Creates Pointless Jobs“ die Sache auf den Punkt.

"How can one even begin to speak of dignity in labour when one secretly feels one’s job should not exist? How can it not create a sense of deep rage and resentment. Yet it is the peculiar genius of our society that its rulers have figured out a way, as in the case of the fish-fryers, to ensure that rage is directed precisely against those who actually do get to do meaningful work. For instance: in our society, there seems a general rule that, the more obviously one’s work benefits other people, the less one is likely to be paid for it. Again, an objective measure is hard to find, but one easy way to get a sense is to ask: what would happen were this entire class of people to simply disappear? Say what you like about nurses, garbage collectors, or mechanics, it’s obvious that were they to vanish in a puff of smoke, the results would be immediate and catastrophic. A world without teachers or dock-workers would soon be in trouble, and even one without science fiction writers or ska musicians would clearly be a lesser place. It’s not entirely clear how humanity would suffer were all private equity CEOs, lobbyists, PR researchers, actuaries, telemarketers, bailiffs or legal consultants to similarly vanish. (Many suspect it might markedly improve.) Yet apart from a handful of well-touted exceptions (doctors), the rule holds surprisingly well."

Damit das klar wir hier noch eine übersetzte Version:

"Auch hier ist eine objektive Maßnahme schwer zu finden, aber eine einfache Möglichkeit, einen Sinn zu bekommen, ist die Frage: Was würde passieren, wenn diese ganze Klasse von Menschen einfach verschwinden würde? Sagen Sie, was Sie über Krankenschwestern, Müllmänner oder Mechaniker mögen, es ist offensichtlich, dass, wenn sie in einem Hauch von Rauch verschwinden würden, die Ergebnisse sofort und katastrophal wären. Eine Welt ohne Lehrer oder Hafenarbeiter wäre bald in Schwierigkeiten, und selbst eine ohne Science-Fiction-Autoren oder Ska-Musiker wäre eindeutig ein kleinerer Ort. Es ist nicht ganz klar, wie die Menschheit leiden würde, wenn alle Private Equity CEOs, Lobbyisten, PR-Forscher, Aktuare, Telemarketer, Gerichtsvollzieher oder Rechtsberater ähnlich verschwinden würden. (Viele vermuten, dass es sich deutlich verbessern könnte.) Doch bis auf eine Handvoll gut gemeinter Ausnahmen (Ärzte) gilt die Regel überraschend gut."

(Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator)

Nun, wie lautet die Antwort auf die oben gestellte Frage? Arbeiten sie in einem Bullshit-Job?

David Gräber liefert übrigens in seinem Artikel auch überzeugende Argumente, warum der Kapitalismus eine Vielzahl von Bullshit-Jobs erzeugt und warum wir nicht 3-4 Stunden am Tag arbeiten.

Quellen:

Sotomo Zeitstudie 2017. https://goo.gl/NRTwnC.

Rutger Bregman: Poverty isn't a lack of character; it's a lack of cash. https://goo.gl/3StQrJ.

David Graeber. Why Capitalism Creates Pointless Jobs. https://goo.gl/c68Dqh.

Kate Raworth. Do you dare to doughnut in Davos?. https://goo.gl/c6JjzP.

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