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Bildung

Bildung ist wichtiger denn je!

Das Ziel Bildung ist etwas zu werden. Etwas zu können demgegenüber ist auch wichtig und wird Ausbildung genannt.

Bildung hat ihren Ursprung in der Neugierde und das Unterwegssein zu Bildung zeichnet sich stets durch zwei gedankliche Grundlagen aus: a) wissen was der Fall ist und verstehen, warum es der Fall ist. Meistens fällt dieser Aspekt im Bereich der Ausbildung weg.

 

Bildung ist der Weg zum Erwachsenwerden und dieser Weg führt über die folgenden Einsichten. Bildung als Aufklärung, Artikuliertheit, historisches Bewusstsein, Selbsterkenntnis, Selbstbestimmung, moralisch-ethische Sensibilität, poetische Erfahrung, Leidenschaft,Passage.

Schule ist das Abbild einer widersprüchlichen Gesellschaft und in diesem Sinne genauso problematisch. Lösungen aus einer singulären Perspektive klingen nur darum so gut, weil sie die Systemebene ausblenden. Und mitunter sind Lösungen, die in Defizitdiskursen populär präsentiert werden, nur deshalb so sinnig: Was aus einer bestimmten Perspektive bedeutungsvoll klingen mag, ist aus einer anderen Perspektive ohne Bedeutung. 

Es gilt in Schulen lokal zu handeln und mit der Welt zu denken. Schule als ein Ort, der Lust auf Denken macht und ein Ort der die Perspektiven Innovation, Exnovation, Renovation und Ethik zu einer maximalen Schnittmenge kultiviert. Die radikale Mitte bringt verschleierte moralische Tatsachen ans Licht. 

Schulen sind keine Unternehmen und Schulen sind auch keine Gemeinschaften. Schule ist jedoch konstituierend für Staat und Gesellschaft. Verantwortung als der Entscheid etwas zu tun oder nicht zu tun sollte für uns Erwachsenen heissen im Hier und Jetzt den jungen Menschen etwas zu zeigen und nicht nur zeigen, wie sie selber lernen können, was sie lernen müssen. 

Die radikale Mitte ist nur dort, wo sich MINT, Ethik und Moral, Wirtschaft und Zivilgesellschaft treffen und einen Lösungsraum schaffen, der deutlich grösser ist als der Problemraum. 

 

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Es ist wichtig, den operativen Rahmen von Schulführung regelmässig zu erweitern. Die Kritik an den Schulen ist populär, baut aber mitunter auf Defizitdiskursen auf. Es lohnt sich, den Problemraum zu erweitern, bis hin zu Hannah Arendt, die sich deutlich zu einer damaligen Krise der Erziehung geäussert hat. Und heute?

Hier gehts zu meinem Betrag "Die doppelte pädagogische Verantwortung" im Blog "Schulführung" der PHZH:

Teil 1: Skizzieren der Karte

Teil 2: Unterwegs mit der Karte

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