• Thomas Marti

Der Standortvorteil der Provinz


Moderne Entwicklungen sind eigentümlich geprägt durch Wechselwirkungen. Jede Entwicklung erzeugt eine gegenläufige Entwicklung. Gegen die Urbanisierung in der Moderne wird in Zukunft eine neue Agilität des Lokalen entstehen.

In einer neuen Herangehensweise an distributive und regenerative Provinz finden Resonanz (als Beziehungsmodus) und Weltoffenheit zusammen. Dörfer und Gemeinden, aber auch Städte, sind im Grunde soziale Systeme und beruhen im Wesentlichen auf Beziehungen. Die Entstehung von neuen und die Entwicklung von bestehenden ländlichen Lebensformen hängt deshalb von den Beziehungen der Bewohner ab.

Wenn steigerungsorientierte Lebensentwürfe in Entfremdungserfahrungen stecken bleiben, steigt die Sehnsucht nach Orten fern von Lärm, Beton, virtueller Realität und Verkehrschaos. Wenn Ferien bisher als Flucht aus dem Alltag organisiert wurden, wird es in Zukunft darum gehen, den eigenen Lebensentwurf in sinnstiftende Strukturen zu integrieren. Es geht nicht um Bergwelt-Romantik, sondern um Integration in eine regenerative und distributive Nähe, die in der Provinz ideal zu finden ist.

Die Regionen der Provinz brauchen ein neues resonantes Selbstbewusstsein, das sie vom Panzer der Strukturschwäche befreit und das Ihnen ermöglicht, Ein-, Aus- und Zuheimische unter dem Beziehungsmodus der Resonanz zusammenzuführen. In der Tiefe der Einsicht ländlicher Wieder- oder Neubelebung in ökonomischer, sozialer und ökologischer Hinsicht stehen Beziehungen zwischen Menschen. Mit anderen Worten: Resonanz.


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