Schule
Schule ist längst keine Startup mehr, wenn sie es denn irgendeinmal war. Schule und deren praktischen Ausprägungen, die Schulen, sind keine Unternehmen. Schulen sind staatstragende Institutionen und sie sind längt „gewöhnlich“.
Schulen sind Orte von bemerkenswerter Heterogenität. Es treffen Menschen mit unterschiedlichen Ausprägungen individueller Merkmale aufeinander. Das ist eine der Stärken von Schule. Menschen mit verschiedenen Lernvorausstzungen, Verhaltensweisen und Entwicklungsniveaus. Menschen mit verschiedener Sprachkompetenz, Lernmotivation, kognitiven und sozialen Fähigkeiten und verschiedener Herkunft.
Schulen unterscheiden sich in der Dimension Komplexität und Bedingtheit grundsätzlich von Startups. Bei Startups sind viele Flächen auf dem Blatt noch weiss und unbeschrieben. Schulen sind gereifte mitunter gewöhnliche Institutionen: Ausdifferenzierungen gehen einher mit wachsenden, strukturierten Abhängigkeiten und zunehmendem Informationsgehalt
Startup-Metaphorik bringt gereifte und etablierte Schulen nicht weiter. Strukturierte und differenzierte Schulen brauchen eine andere Charaktere von Führung. 
Schulführung besteht auch darin, zu erkennen, dass mit zunehmender Komplexität deren Grenzerträge abnehmen, das heisst auch, dass die Vorteile von Kooperation abnehmen. Freiräume werden kleiner oder werden gar geschlossen. Ressourcen für Experimente verschwinden und die Fixkosten steigen. 
Variabilität, Diversität, Redundanzen und Freiräume sind deshalb für Schulen grundlegend wichtig.
Aber Praxis kann man nur in der Praxis ändern. Was mir dabei hilft, sind folgende Fragen:
  • Ist in unserer Institution eine Fragmentierung zu erkennen?
  • Wie weit hat sich ein Tunnerblick etabliert?
  • Hat sich ein Denken in Nullsummen-spielen eingeschlichen?
  • Haben wir gemeinsame Zukunftsvorstellungen?
  • Haben wir Werte, an denen wir uns konkret orientieren?
  • Wie gross ist unser gemeinsamer und je individueller Ermessenspielraum?