• Thomas Marti

Die fünf entscheidenden Gestaltungsbereiche von Unternehmen!


Vielerorts und nicht zuletzt hier am WEF in Davos sind Anzeichen eines Paradigmenwechsels in der Ökonomie wahrnehm- und sichtbar. Die Geschäftsmodelle des 20. Jahrhunderts geraten immer mehr unter Druck. Mehr und mehr Stimmen fordern, dass Wachstum nicht mehr das einzige und wichtigste Merkmal von wirtschaftlichem Erfolg ist.

Nicht mehr die Frage „Welchen finanziellen Wert können wir aus unserem Tun ziehen?“wird im Mittelpunkt stehen. Stetig vollzieht sich ein Wechsel hin zur Frage „Wie viele Vorteile für die Gesellschaft und die lebendige Welt kann unser Geschäftsmodell generieren?“.

Schlussendlich wird es in Zukunft darum gehen, als Unternehmen, Institution oder Schule sich der Forderung zu stellen, darzulegen, was man dazu beiträgt, die Bedürfnisse aller Menschen innerhalb der Möglichkeiten und Ressourcen unseres Planeten zu befriedigen.

Ob ein Unternehmen sich von der Frage „Welchen finanziellen Wert können wir aus unserem Tun ziehen?“ oder von der Frage „Wie viele Vorteile für die Gesellschaft und die lebendige Welt kann unser Geschäftsmodell generieren?“ leiten lässt, hängt im Wesentlichen von 5 Gestaltungsbereichen ab: Zweck, Governance, Netzwerke, Eigentumsverhältnisse und Finanzen.


Diese 5 wichtigen Gestaltungsmerkmale prägen die Weltbeziehungen von Unternehmen.

Was ist Ihr Geschäftszweck? Wie weit reicht die ökonomische Vernunft? Verfolgt das Unternehmen einen kurzfristigen Kurs der Profimaximierung oder hat das Unternehmen einen breiteren Horizont, der unter anderem auch durch Nachhaltigkeit geprägt ist?

Wie wird das Unternehmen gelenkt? Wie und wie oft werden die Leistungen des Unternehmens und der Mitarbeiter gemessen?

Wie ist das Unternehmen vernetzt? Ist das Netzwerk des Unternehmens an einem Wandel interessiert? Teilen die verschiedenen Knoten des Unternehmensnetzwerkes die grundlegenden Werte und den Zweck oder haben sie eine entgegengesetzte Geschäftskultur?

Wem gehört das Unternehmen? Aktiengesellschaft, Familienbesitz oder Mitarbeitende. Die Besitzverhältnisse haben weitreichende Konsequenzen.

Wie ist Qualität der Finanzierung? Schnelle und hohe Rendite oder faire Rendite neben sozialen und ökologischen Zielen.

Die Ausprägungen dieser Gestaltungsbereiche beeinflussen direkt, was Unternehmen zu tun bereit und willens sind, um global allen Menschen ein gutes und gedeihendes Leben innerhalb sozialer und planetarer Grenzen zu ermöglichen:

Nichts tun: Business ist Business. Wir tun nichts Illegales und halten uns an die Gesetzte.

Tun, was sich auszahlt: Wenn es sich für uns lohnt und in unsere Marketingstrategie passt, senken wir den CO2-Ausstoss.

Seinen Teil beitragen: Wir halten uns an nationale oder wissenschaftlich fundierte Ziele.

Keinen Schaden anrichten: Wir streben emissionsfreie Lieferketten an.

Grosszügig und generativ sein: Wir sind hier, um gute Dinge für die Gesellschaft und eine lebenswerte Welt möglich zu machen.

Die Orientierung an der Frage, was man dazu beiträgt, die Bedürfnisse aller Menschen innerhalb der Möglichkeiten und Ressourcen unseres Planeten zu befriedigen, hat für jedes gesellschaftliche Subsystem weitreichende Konsequenzen und rückt die Ausgestaltung von resonanten Weltbeziehungen ins Zentrum, die auf Widerspruch, aber nicht auf „Sichwidersetzen“, aufbauen.

Der Artikel orientiert sich am Doughnuts-Modell der britischen Ökonomin Kate Raworth.

  • Kate Raworth: How to do business with doughnuts. https://goo.gl/cNo5gu

  • Kate Raworth: Doughnut Economics: Seven Ways to Think Like a 21st-Century Economist.

  • Bundesamt für Umwelt, BAFU: Die planetaren Belastbarkeitsgrenzen – und was sie für die Zukunft der Menschheit bedeuten. https://youtu.be/m1nBEOfNFIE

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